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Ukraine: Lkw-Speditionen in der Krise
Category: | 0 Comments | 1160 Read | 2008-05-05 07:40 | Sending the news: DIDEM HANIM
 
 
Ukraine: Lkw-Speditionen in der Krise

Ukrainische Straßengüterverkehrsunternehmen sind gegenüber dem Wettbewerb aus dem Ausland nicht mehr wettbewerbsfähig. Diese düstere Bilanz zieht AsMAP-Präsident Leonid Kostjutschenko für die Mitglieder des Verbandes. Als Gründe dafür nennt er neben der Preiserhöhung von Kraftstoffen vor allem Fehler der Verkehrspolitik. Folge: Immer mehr Unternehmen flaggen die Lkw aus.

Als „katastrophal" bezeichnete der Präsident des Verbands der internationalen Lkw-Spediteure der Ukraine (AsMAP), Kiew, die derzeitige Lage und die Aussichten seiner Branche. Nach jahrelangem Ertragsverfall gebe es heute unter den 2350 Verbandsmitgliedern kaum noch Unternehmen, die in der Gewinnzone arbeiteten. Neben der Teuerung bei Kraftstoffen seien es vor allem Fehler und Versäumnisse der Kiewer Politik, die zur Krise der Straßengüterverkehrsbetriebe beigetragen hätten. Ukrainische Lkw-Spediteure verlören im internationalen Geschäft ebenso wie auf dem Binnenmarkt seit Jahren Marktanteile. Heute seien sie praktisch konkurrenzunfähig.

Ganze Fuhrparks würden in die Nachbarländer Polen, Slowakei, Russland und Weißrussland ausgeflaggt, Firmen dort neu registriert. Jenseits der Grenzen herrschten deutlich bessere Rahmenbedingungen für das Fuhrgewerbe. Habe die Branche in der Ukraine mit einer immer höheren Steuer- und Abgabenlast zu kämpfen, gewährten die Nachbarn stattdessen vermehrt Steuervorteile (darunter Mehrwertsteuerbefreiungen bei der Einfuhr neuer Sattelzugmaschinen) und andere Vergünstigungen. Die polnischen Lkw-Spediteure, so Kostjutschenko, hätten ihre Fahrzeugbestände für grenzüberschreitende Verkehre von 20 000 Lkw (2003) auf mehr als 60 000 (Ende 2007) ausgeweitet. In der Ukraine komme die Branche gerade einmal auf eine Zunahme von 22 000 auf knapp 25 000 Lkw.

Auch das russische Straßengüterverkehrsgewerbe (35 000 Lkw) habe das ukrainische inzwischen längst überflügelt. Die Fuhrparks in der Ukraine seien von erschreckend schlechter Qualität. Sie setzten sich zurzeit nur zu 2,4 Prozent aus Sattelschleppern der Schadstoffklassen Euro-4 und Euro-5 zusammen. Bei 49 Prozent (Euro-2) und 26,5 Prozent (Euro-3) sowie bei dem Rest handele es sich um veraltete Fahrzeuge.

Die durchschnittliche Auslastung der ukrainischen Fuhrparks sei im vergangenen Jahr mit 30 Prozent auf ein langjähriges Tief gesunken. Erreichten die Fahrzeuge der ukrainischen Fuhrbetriebe im Laufe von drei Jahren Fahrleistungen von im besten Falle 300 000 km, so liege der Durchschnitt in Europa bei rund 600 000 bis 700 000 km.

 

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